Der Palast (2v.4)

Wir setzen ihr für die Räumung des Buckingham Palastes eine Frist bis zum 31. Oktober, wir erwarten besenreine Übergabe. Unsere Fachleute veranschlagen, dass sie für den Umzug circa 4000 Möbelwagen benötigen wird und empfehlen, dass man vernünftigerweise bereits jetzt entsprechende Dispositionen trifft.
Unser Rechtsanspruch auf zügige Räumung der Immobilie ist geprüft und abgesichert, nicht wahr, Reginald? Wir machen Eigenbedarf geltend wegen Umbau des Palastes in ein Shopping Center mit Kino und Hotel. Nach gültiger Rechtslage hier bei Ihnen in England ist ein Widerspruch seitens des Mieters – oder besser: der Mieterin – nur in Härtefällen aussichtsreich. Verfügt der Mieter über andere zumutbare Wohnflächen, liegt eindeutig kein Härtefall vor. Wir haben Kenntnis von entsprechendem Immobilienvermögen Ihrer Majestät, ich erwähne unter anderem Windsor Castle und Balmoral. Zum Thema Räumung und Übergabe gibt es dementsprechend keine weiteren Fragen, richtig? 


Dann wäre da noch ein Punkt, den ich ansprechen möchte. Das Königshaus nutzt den Buckingham Palast seit 1761. In meinem Schreiben hatten wir ja ausführlich nachgewiesen, dass der damalige Kaufvertrag des Königs Georg III mit den Sheffields, den Nachfahren des Herzogs von Buckingham, nichtig war, dieweil der König die Verkäufer ungebührlich unter politischen Druck gesetzt hat, um den Kaufpreis unter den damaligen realen Marktwert zu drücken. 


Das entsprechende Gutachten von Professor Smythe-Redcliffe von der Universität Cambridge findet sich in diesen drei Aktenordern – Mario, schiebe die doch bitte rüber zu den Herrschaften.

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